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Fakultät Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bildungsforschung

Internationale Aktivitäten am IFS

Die Anbindung an die internationale wissenschaftliche Community ist für das IFS von großer strategischer Bedeutung.  So ist das IFS in der nationalen und internationalen Spitzenforschung verankert. Darüber hinaus veröffentlichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler regelmäßig ihre Forschungsergebnisse in englischsprachigen Fachzeitschriften oder stellen sie auf internationalen Konferenzen vor. Zudem werden regelmäßig Gastaufenthalte realisiert; so verbringen einerseits Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Forschungsaufenthalte im Ausland, und andererseits kommen Gastdozierende aus dem Ausland für Forschungsaufenthalte, Projektaustausch oder Gastvorträge ans Institut. Schließlich zeichnet sich auch der Bereich Lehre am Institut durch seine internationale Ausrichtung aus, da es bspw. Lehrkonzepte zur Implementierung interkultureller Bildung in die Lehrerausbildung gibt.

Menschen laufen über einen gepflasterten Platz und sind mit Linien untereinander verbunden © stock.adobe.com​/​FrankBoston

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Bei­trag in Journal of Educational Psychology er­schie­nen

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Hellblauer Hintergrund mit weißem Schriftzug Journal of Educational Psychology © American Psychological Association
Becker, M., Kocaj, A., Jansen, M., Dumont, H., & Lüdtke, O. (2022). Class-average achievement and individual achievement development: Testing achievement composition and peer spillover effects using five German longitudinal studies. Journal of Educational Psychology, 114(1), 177–197. https://doi.org/10.1037/edu0000519

In neueren Studien wurden die Existenz und die Re­le­vanz von Effekten der Leistungszusammensetzung auf die in­di­vi­du­el­len Leis­tun­gen von Schü­ler*­in­nen auf­grund der methodischen He­raus­for­de­run­gen, die sich bei mehrstufigen Analysen ergeben, in Fra­ge gestellt. In der vorliegenden Studie wurde un­ter­sucht, wie der Klassendurchschnitt mit der Leistungsentwicklung der Schü­ler*­in­nen über ein Schuljahr hinweg zusammenhängt. Dazu wurden Daten aus Deutsch­land ver­wen­det, ei­nem Land mit ei­nem Sekundarschulsystem, das durch große Leistungsunterschiede zwi­schen Schulen und Klassen geprägt ist. Zwei methodischen Schwierigkeiten wurde Rechnung getragen, indem sowohl Selektionsverzerrungen als auch Messfehler kontrolliert wurden. Mit Hilfe eines auf der integrativen Daten­ana­lyse (IDA) basierenden Ansatzes wurden fünf deutsche Längsschnitt-Großdatensätze sys­te­ma­tisch (neu) ausgewertet. Dieser IDA-Ansatz ermöglichte, das Ausmaß zu quantifizieren, in dem die Er­geb­nisse zwi­schen (a) ver­schie­de­nen Längsschnittdatensätzen und (b) ver­schie­de­nen Analysestrategien (d. h. Me­tho­den zur Be­rück­sich­ti­gung von Störvariablen und Messzuverlässigkeit) variierten. Insgesamt fand die Studie für Deutschland, selbst nach Kon­trol­le von Messfehlern und Selektionsverzerrungen, sowohl allgemeine Effekte der Leistungszusammensetzung als auch spezifische Peer Spillover-Effekte (d. h. Effekte der Schülerzusammensetzung, die über die Effekte des Trackings hinausgehen). Diese Er­geb­nisse widersprechen den jüngsten Vorschlägen, wonach es sich bei den Effekten der Zusammensetzung auf die Leistungsentwicklung um reine Phantomeffekte auf­grund me­tho­disch­er Fehlspezifikationen handeln könnte. Allerdings variierten die Schätzungen der Kompositionseffekte je nach Analyseansatz erheblich. Die Studie schließt mit Überlegungen zur Interpretation von Kompositionseffekten in der Mehrebenenmodellierung und dazu, wel­che Effekte für die Bil­dungs­for­schung von In­te­res­se­ sind.