Zum Inhalt
Fakultät Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bildungsforschung

Projekt SPEAK: Langfristige Effekte digital gestützter Sprachförderung

Foto von Svenja Wehrhöfer, Annika Ohle-Peters und Leonie Dargiewicz nach der Vorstellung der SPEAK-Ergebnisse. Sie stehen vor einer Präsentation und beantworten Fragen. © IFS​/​TU Dortmund
Die Projektergebnisse zeigen: Digital gestützte Sprachförderung kann den Wortschatzerwerb nachhaltig unterstützen.

Wie lassen sich sprachliche Kompetenzen von Kindern zu Beginn der Grundschulzeit wirksam fördern? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Projekt „Sprachliche Bildung gemeinsam mit Grundschulen, Familien und pädagogischen Fachkräften gestalten: Was wirkt?“ (SPEAK) unter der Leitung von Prof. Dr. Nele McElvany, Prof. Fani Lauermann, PhD und PD Dr. Annika Ohle-Peters. Beim 8. IFS-Bildungsdialog am 17. September 2026 stellten Leonie Dargiewicz und Svenja Wehrhöfer ausgewählte Ergebnisse zur Wirksamkeit der Intervention vor.


Im Projekt SPEAK wurde eine digital gestützte Sprachförderung entwickelt und evaluiert, die den Wortschatz und die Grammatikkompetenzen von Kindern der ersten Klasse gezielt fördern sollte. Die 15-wöchige Intervention wurde von Lehrkräften im Unterricht durchgeführt. Einigen Klassen wurden zusätzliche Übungen zur Bearbeitung im Ganztag und zu Hause bereitgestellt. Beide Interventionsbedingungen wurden an dieser Stelle als eine Interventionsgruppe zusammengefasst . An der Untersuchung nahmen insgesamt 373 Kinder teil, deren Klassen entweder der Interventionsgruppe oder einer Warte-Kontrollgruppe zugewiesen wurden.


Die sprachlichen Kompetenzen der Kinder wurden zu drei Messzeitpunkten erfasst: Der Prätest fand zu Beginn der ersten Klasse statt, der Posttest in der Mitte bzw. am Ende der ersten Klasse und der Follow-up-Test in der Mitte bzw. am Ende der zweiten Klasse. So konnten sowohl die unmittelbaren Effekte der Intervention als auch deren längerfristige Wirksamkeit untersucht werden.


Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder der Interventionsgruppe ihren Wortschatz statistisch signifikant stärker erweiterten als Kinder der Warte-Kontrollgruppe. Dieser Effekt war auch ein Jahr nach Abschluss der Intervention noch nachweisbar, fiel zu diesem Zeitpunkt allerdings geringer aus.


Auch beim Erwerb des Akkusativs erzielten die Kinder der Interventionsgruppe einen statistisch signifikant höheren Lernzuwachs als die Kinder der Warte-Kontrollgruppe. Bei der Nachuntersuchung ein Jahr nach Abschluss der Intervention ließ sich dieser Effekt jedoch nicht mehr feststellen.


Die Ergebnisse liefern damit Hinweise auf das Potenzial digital gestützter Sprachförderung im Grundschulunterricht. Zugleich deuten die Befunde darauf hin, dass es einer kontinuierlichen Förderung bedarf, um die sprachlichen Kompetenzen der Kinder langfristig zu unterstützen.


Weitere Informationen zum Projekt SPEAK finden Sie auf der Projektwebseite .